Komet C/2020 F3 (Neowise) zeigt sich am nächtlichen Fir­mament.

Entdeckt wurde dieser Vagabund des Himmels am 27. März 2020  mit Hilfe des amerikani­schen Weltraumteleskops WISE (Wide-Field Infrared Survey Ex­plorer), das seit Januar 2010 den gesamten Himmel in vier unter­schiedlichen Wellenlängen durch­mustert.

Auch wenn sich C/2020 F3 in den vergangenen Tagen ausschließlich am frühmorgendlichen Firmament in nordöstli­cher Richtung zeigte, wird er auf Grund seines weiteren Bahnverlaufes ab dem 13. Juli auch am Abendhimmel, dann aber mit Blickrichtung Nordwesten nach Sonnenuntergang mit dem bloßen Auge auffindbar sein. 

Am gestrigen 12. Juli zog er in rund 58 Mio. km Abstand an Merkur vorbei und wird am 14. Juli in rund 86 Mio. km an der Ve­nus vorbeiziehen.

Weitere zwei Tage später passiert er in etwas mehr als 170 Mio. km Abstand den Planeten Mars und wird am 23. Juli mit rund 100 Mio. km Abstand die größte Annäherung zur Erde erfahren.

Die Bahn die Neowise einnimmt stellt eine extrem langgestreckte Ellipse um unser Zentralstern Sonne dar, wobei eine Besonder­heit  diesem Kometen schon jetzt zugeschrieben werden muss, denn nach derzeitigen Stand der zur Verfügung stehenden Bahndaten wird C/2020 F3 nach Vorbeiflügen an Jupiter am 20.09.2020 und Sa­turn am 08.November 2020 und einer weiteren Annäherung an Ju­piter am 14. Oktober 2028 seine Bahn soweit verändert haben, das sich seine Umlaufzeit von derzeit 4490 Jahren auf 6830 Jahre erhö­hen wird.

So ist dieser Komet, nach den mit dem bloßen Auge beobachtbaren Kometen Hale-Bopp (1995) und Hyakutake (1996) wieder ein mit dem bloßen Auge auffindbarer Schweifstern, der bei klarem Wet­ter und möglichst wenig Fremd­licht nun nach Sonnenuntergang in Nordnordwestlicher Richtung, über Norden hin zum Nordosten bis vor Sonnenaufgang die ganze Nacht beobachtbar sein wird.

M.Passarge

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Stationen einer Vortrags- und Beobachtungsreise

Studenten der Physik an der KSU - "Kalmückische Staatliche Universität" in Elista

 

Von Bad Salzschlirf über Moskau nach Kasan und weiter über Elista in Kalmückien nach Nizhnij Arkhyz im nördlichen Kaukasus

Auf Einladung des „SAO - Spezial Astrophysikalisches Observatorium der Russischen Akademie der Wissenschaften“ hielt sich Michael Passarge vom "Sonnenobservatorium Bad Salzschlirf" erneut zu Beobachtungen, Vorlesungen und Gesprächen in Russland auf. 

Zunächst flog er nach Moskau, um im weiteren Verlauf in die Millionenstadt Kazan/Tatarstan weiterzureisen. Im Anschluss daran führte ihn die Reise über Uljanowsk, Saratov und Wolgograd weiter nach Elista in Kalmückien, um auf Einladung des Rektors der „KSU – Kalmückische Staatliche Universität“ an dieser Hochschule zu Gast zu sein.

Zum Abschluss der Reise war er Gast am „SAO - Special Astrophysical Observatory", sowie am Radioteleskop "RATAN 600" im nördlichen Kaukasus.

Ein kurzer bebilderter Reisebericht erschien bei Osthessen-News.

https://osthessen-news.de/n11620803/spektakulare-reise-zum-radioteleskop-michael-passarges-reisebericht.html

Über die Impressionen der Reise, sowie über die astronomischen Aspekte seines Aufenthaltes referierte Michael Passarge kürzlich im Kulturkessel zu Bad Salzschlirfer.

Sonnenobservatorium der KSU - "Kalmückische Staatliche Universität"
Buddhistischer Tempel in Elista Kalmückien